Die Komposition eines Obstsalates entsteht durch die Einzigartigkeit jeder Frucht und ihr gemeinsames Zusammenspiel.

So ist auch jedes einizgartige Menschenwesen eine Bereicherung für eine Gemeinschaft, mit seinen ganz individuellen Qualitäten. Trotzdem neigen die Menschen immer wieder dazu, aus Äpfeln Birnen, und aus Birnen Bananen machen zu wollen.

Was wäre ein Obstsalat aus lauter Bananen? Ziemlich Banane, oder? 😉

Wie so eine bunte Truppe zur Gemeinschaft werden kann, ohne sich zu lauter Bananen zu verbiegen, dafür gibt es hier eine gute Anregung: Gemeinschaftsbildung

Advertisements

Gesund oder Krank?

1) Wenn ich in der Lage bin, 8 Std. taglich in einer Fabrik zu arbeiten, umgeben von einem Höllenlärm und vielleicht auch noch einem beißenden Gestank; an einer dampfenden, schnaubenden Maschine monoton immer die gleiche Bewegung auszuführen, – dann bin ich gesund!
Wenn ich das aufgrund verschiedenster Schmerzen und Belastungen eines Tages nicht mehr kann, dann bin ich krank!
.

2) Wenn ich in der Lage bin, 8 Std. täglich in einem Sessel am Fenster zu sitzen, die Wolken zu betrachten und mich am Spiel der Vögel im Baum gegenüber zu erfreuen, dabei einfach glücklich bin und keinerlei andere Bedürfnisse habe, dann bin ich krank!
Wenn ich täglich an diesem Sessel vorbeihaste, das Fenster kaum wahrnehme, mir die Wolken und die Vögel völlig egal sind, ich nur in aller Eile eine Tasse Kaffee in mich hineinschütte, um zur Arbeit zu rennen, wo ich dann den ganzen Tag auf einen Bildschirm starre, der mir Zahlen, nichts als Zahlen zeigt, dann bin ich gesund!
.

Welch eine seltsame Welt …

.

.

.

.

.

.

von Antoine De Saint-Exupéry
(Die Stadt in der Wüste, 1956, 2009 Karl Rauch Verlag, Düsseldorf)

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen,
Herr, sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.

Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten,
riskantesten und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.

Verleihe mir die nötige Phantasie,
im rechten Augenblick ein Päckchen Güte,
mit oder ohne Worte, an der richtigen Stelle abzugeben.

Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!

———————————

Dieser Text hat mir das Gefühl gegeben, genau das auszudrücken, wessen der Mensch in aktuellen Zeiten bedarf.
Seit Jahren schnallen wir die Gürtel enger und dehnen die Kalender bis ans absolute Limit. Wir arbeiten mehr für weniger Geld. Oder für gar keines? Es ist die Blütezeit des „Ehrenamts“. Wieviel Ehre und Würde ist dem Menschen noch geblieben?

Wann halten wir inne in unserem Überschall-Turbo-Express im Wettlauf mit …  –  ja, womit eigentlich? Haben wir noch Zeit für die Liebe? Raum für die Dankbarkeit? Ein Auge für Schönes und Sinnliches? Momente zum freien Atmen?

Danke an Antoine De Saint-Exupéry für diese Erinnerung an Wesentliches.

Etwas in der Welt erleben, dann darüber nachdenken,
aktiv einen eigenen Gedanken bilden, ihn ruhen lassen
und dann in der Stimmung der Erwartung zusehen,
was als neue Einsicht, als neue Inspiration,
als neue Idee für eine Tat entstehen kann.
Das ist ein Weg zum Schöpfen aus dem Nichts.
(Rudolf Steiner, 1909)

.
Banken erzeugen bei der Kreditvergabe stets zusätzliches Geld, das vorher nicht vorhanden war und können durch Ankauf werthaltiger Aktiva Geld erzeugen, gleichwohl fordern sie vom Kreditnehmer für das zusätzlich erzeugte Kreditgeld die Zahlung von Zinsen. Bezeichnet als Fiat Money = „Es werde Geld“,(von „fiat lux“ = „Es werde Licht“, dem göttlichen Schöpfungsbefehl im 1. Buch Mose der Bibel)
(Wikipedia)

.
Wir, die guten Willens sind,
geführt von Ahnungslosen,
versuchen für die Undankbaren
das Unmögliche zu vollbringen!
Wir haben soviel mit so wenig
so lange versucht,
dass wir jetzt qualifiziert sind,
fast alles mit NICHTS zu erreichen!
(aus dem Büro einer ARGE, 2009 – Gefunden bei: wissen55.de.tl)

.

Schöpfung aus dem Nichts?

Man könnte sagen, es geschieht täglich oder man könnte sagen, es ist unmöglich, beides ist wahr. Die obigen Zitate, zwischen denen 100 Jahre liegen und dazwischen unser „Fiat Money“, was zeigt uns dieser Verlauf?
Die Inspiration, die vermeintlich aus dem „Nichts“ kommt, kennen die meisten. Auch Menschen, die Unmögliches vollbringen und gewissermaßen mit „Nichts“ erreichen, kennen wir. Nur beim Geld, da scheint langsam klar zu werden, dass es nicht aus dem „Nichts“ kommt, sondern dass immer jemand dafür bezahlen muss, dass überall Geld fehlt und die Zinsen ins Unermessliche steigen. Könnte es daran liegen, dass man Zinsen nicht mit Inspiration bezahlen kann, sondern nur mit Geld?
Die Inspirationen sind wunderbar, nur muss man erst jemanden finden, der einem Geld dafür bezahlt, wenn man damit seine Schulden begleichen will. Und dieses Geld kommt auch nicht aus dem „Nichts“, sondern ganz konkret von einer Person, die es wieder von einer anderen Person bekommen hat.
Geistige Schöpfung ist frei, sie „fliegt“ uns zu, ohne etwas von uns zu verlangen! Geld jedoch verlangt immer einen materiellen Gegenwert oder „Sicherheiten“. Materie ist begrenzt, während der Geist unbegrenzt ist. Solange unbegrenzt geschöpftes Geld andererseits an materielle Sicherheiten gekoppelt wird, erzeugt es zwangsläufig einen permanenten Mangel, denn der materielle Gegenwert wird im Verhältnis zum vorhandenen Geld immer knapper.
Es scheint, als wäre der Mensch hier einer Verwechslung erlegen: Statt der kreativen geistigen Schöpfung, die in unserer hektischen Welt immer mehr vernachlässigt wird, haben wir diese Schöpfung in die Materie verlegt, wo sie permanenten Mangel erzeugt. Und während unserer Jagd nach dem knappen Geld haben wir immer weniger Raum für geistige Inspiration. So entsteht ein Teufelskreis, der sich selbst beschleunigt und so zu den bekannten Krisen
führt.
Nehmen wir allerdings den Schöpfungsbereich wieder zurück auf die geistige Ebene und öffnen uns für Wahrhaftigkeit im Sinne des Lebens, so findet sich auch ein angemessener Umgang mit dem Geld, das nichts weiter ist, als eines von vielen materiellen Hilfsmitteln, und nicht, wie vielfach missverstanden, eine Schöpfermacht. Die Schöpfermacht ist eine Quelle, die nur jenseits aller Materie zu finden ist, uns aber durchaus zur Verfügung steht, wenn wir das wollen!

Würde

Ich hab‘ mich oft gefragt
was aus dieser Welt wohl würde

wär‘ sich jeder Mensch bewusst
der eig’nen und des anderen
WÜRDE.

Schein

Führerschein, Geldschein,
Teilnahmeschein, Urlaubsschein,
Überweisungsschein, Schuldschein,
Prüfungsschein, Diplom-Schein,
– alles nur Schein.
Die Scheinwelt!
Wir klammern uns an den Schein,
können ohne ihn nicht sein,
doch lehrt er uns niemals,
wahrhaftig zu SEIN!

Glaubt nicht an irgendwelche Überlieferungen, nur weil sie über lange Zeit in vielen Ländern Gültigkeit besessen haben. Glaubt nicht an etwas, nur weil es viele andauernd wiederholen. Akzeptiert nichts, nur weil es ein anderer gesagt hat, weil es auf der Autorität eines Weisen beruht oder weil es in einer heiligen Schrift steht. Glaubt nichts, nur weil es wahrscheinlich ist. Glaubt nicht an Einbildungen oder Visionen, die ihr für gottgegeben haltet. Glaubt nichts, nur weil die Autorität eines Lehrers oder Priesters dahintersteht. Glaubt an das, was ihr durch lange eigene Prüfung als richtig erkannt habt, was sich mit eurem Wohlergehen und dem anderer vereinbaren lässt. (Gautama Buddha, ca. 500 v. Chr.)

.

Dieses Zitat möchte ich heute in Erinnerung rufen, da ich es für aktueller halte, denn je: So viele Fragen, so viele vermeintliche Wege und „Wissende“, die uns den Weg weisen wollen, und täglich werden es mehr!  Und doch vermehrt sich statt der Klarheit eher die Verwirrung. Denn die Wahrheit des richtigen Weges ist nur im eigenen Herzen zu finden. Kein Lehrer und keine „Methode“ kann sie uns zeigen. Niemand kann uns den Weg abnehmen und das Vertrauen, das wir zu uns selbst finden müssen. Solange wir dies nicht wahrhaben wollen, werden die Märkte boomen, die uns mit „Weisheiten“ versorgen wollen;  – oder auch mit „Ablenkungen“.

Der größte Weisheitslehrer wohnt in deinem eigenen Herzen. Konsultiere nur noch ihn. Oder sie.

Ja, wir werden eine Vielfalt erhalten, die auf den ersten Blick unmöglich „unter einen Hut“ zu bringen ist. Die Schubladen, Etiketten und Regale der alten Zeit haben dann ausgedient, sie werden nicht mehr gebraucht…  Chaos? – Vielleicht!  Doch hinter dem Chaos geht’s weiter. Dorthin gelangen wir aber nur, wenn wir uns hineinwagen, mit Klarheit im Herzen und Vertrauen zu dem, was wir sind.

Gute Reise!

In letzter Zeit finden in Berlin zunehmend interessante und gut besuchte Vorträge zum Thema „Hochsensibilität/Hochsensitivität“ statt. Die Referentin Cordula Roemer erklärt sehr anschaulich, zum Teil wissenschaftlich, und auch aus eigener Erfahrung berichtend, was es für Menschen bedeutet, hochsensibel zu sein.

Da diese Veranlagung noch sehr wenig bekannt ist, stoßen solche Menschen in unserer Gesellschaft oft auf Schwierigkeiten, da sie aufgrund einer genetisch oder erblich bedingten Veranlagung alle Umweltreize intensiver aufnehmen, und infolge dessen auch ihr Gehirn eine längere Verarbeitungszeit für diese Reize braucht (siehe auch ein früherer Artikel: HIER ).
Frau Roemer belegt dies anhand von Forschungen der Psychologen Elaine Aaron (1990) und Iwan Pawlow (1849-1936). Letzterer hat bereits im 19ten Jahrhundert Forschungen zur Reaktion von Säuglingen auf Reize durchgeführt, bei denen sich eine stark abweichende Gruppe von der Normalverteilung ergeben hat, die enorm viel früher auf die Reize reagierte als die durchschnittliche Gruppe. Leider wurde damals dieses Phänomen nicht ausreichend beachtet.
Dies geschah erst in den 1990er Jahren, als Elaine Aaron, klin. Psychologin aus den USA, sich des Phänomens annahm. Von ihr gibt es inzwischen zahlreiche Bücher auch in deutscher Sprache. Durch diese Literatur entdeckte Cordula Roemer 2007 ihre eigene Hochsensibilität und suchte im Raum Berlin nach Ansprechpartnern, die sie nicht fand. So forschte sie selbst weiter und es ist ihr heute ein Anliegen, andere Menschen dabei zu unterstützen, sich selbst und ihr Umfeld in Bezug auf Hochsensibilität besser zu verstehen.
Bisher sind hochsensible Menschen oft in einer Therapie-Situation zu finden, weil sie sich vom Leben überlastet fühlen, oder ihren Alltag schwer bewältigen können. Andererseits birgt Hochsensibilität jedoch auch eine ganze Reihe von Fähigkeiten, die bisher zwar meist verkannt, aber in unserer immer lauter, bunter und rasanter werdenden Welt durchaus nützlich sein könnten:

Hochsensible Menschen sind oft sehr einfühlsam, kreativ und nehmen komplexe Situationen oft früher und schneller wahr, durchsachauen diese und könnten Lösungsmöglichkeiten anbieten, bevor die meisten anderen überhaupt wahrnehmen, dass ein Problem auf sie zukommt. Außerdem ist für sie ein Gleichgewicht von Aktivität und Ruhe geradezu erforderlich für eine ausgewogene Gesundheit. Während viele Menschen sich jahrelang hohem Stress aussetzen können, dann aber gesundheitliche Spätfolgen zu erleiden haben, die oft sehr gravierend sind, ist für hochsensible Menschen diese Art der Stressbelastung von vornherein nicht möglich. Dies könnte, wenn es stärker beachtet wird, dazu beitragen, dass die Arbeitswelt insgesamt entspannter und gesundheitsfreundlicher gestaltet wird, was am Ende allen Menschen und auch der Entlastung der Krankheitskosten zugute kommt.

Alles ist Allem sollte dieses wichtige Thema zunehmend mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommen, wofür ich mich tatkräftig einsetzen möchte. Unter anderem habe ich mitgeholfen, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, über den Beratungen und Öffentlichkeitsarbeit möglich werden sollen. Der Verein besteht seit August 2011 und freut sich über weitere Mitglieder. Bei Interesse bitte über das Kommentarfeld melden. Danke!

Literatur zum Thema:

Elaine Aaron: „Sind Sie hochsensibel?“ (2005)
„Hochsensibilität in der Liebe“ (2006)
„Das hochsensible Kind“ (2008)
Susan Marletta-Hart: „Leben mit Hochsensibilität: Herausforderung und Gabe“ (2009)